Geschichte der Pfarre

In unserer Pfarre leben 1.025 Katholiken (Stand Dez. 2013)

Stand der letzten JahreP1040533
2012 – 1.041
2011 – 1.037
2010 – 1.045
2009 – 1.050
2008 – 1.091

Die erste Kirche in Lengau wurde um 1050 erbaut und war wahrscheinlich eine Holzkirche. Doch diese scheint bald einer romanischen, steinernen Kirche gewichen zu sein.  Als Lengau um 1440 zur Pfarre erhoben wurde, wurde die Kirche im damals üblichen Baustil umgebaut. Heute noch ist die Turmhalle gotisch, der gotische Eingang in den Friedhof war einst Kirchenportal. An der Außenseite der Kirche hinter dem Hochaltar stand eine gotische Statue des Kirchenpatrons St. Jakobus der Ältere, diese befindet sich jetzt im Kircheninneren.

1640 bis 1650 wurde die Kirche wieder erneuert und zwar im damals modernem Renaissance Baustil.

1650 wurde die Kirche durch den Weihbischof von Passau eingeweiht.
Seither wurde baulich an der Kirche nicht mehr viel geändert.
Der Grundriss der Kirche zeigt ein lateinisches Kreuz.

Im Inneren ist die Kirche 28 Meter lang, 7 Meter breit und 9 Meter hoch.
Im Querschiff ist sie 13 Meter breit. Die innere Einrichtung der Kirche gehört vornehmlich der Rokokozeit (1730-1770) an. Die Altäre stammen aus der Zeit von 1740 bis 1750.

Die Schreinerarbeiten am Hochaltar und Marienaltar stammen vom Schreiner Mauch am Wallersee,
die Bildhauerarbeiten (Statuen) von einem Bildhauer in Ried, Franz Schwanthaler. Der Maler der herrlichen Altarbilder (St. Jakobus und Maria Hilf) ist nicht überliefert. Der Allerseelenaltar wurde von drei Burghausener Meistern gefertigt und zwar vom Schreiner Ignaz Stöcker, Bildhauer Schnabl und Fassmaler Warathi. Der Maler des Altarbildes ist unbekannt. Die Statuen am Allerseelenaltar stellen den Judas Makkabäus und den hl. Hieronymus dar.
Am Hochaltar sehen wir den heiligen Alerius mit Stab und einen nicht näher benannten Bischof.
An den Kapitälen des Seelenaltars sieht man Totenköpfe. Am Marienaltar befindet sich eine Marienstatue, die im 19. Jahrhundert (ca. 1870) aus der Stiftskirche in Mondsee hierher gebracht wurde.

Um 1750 entstand auch die prachtvolle Kanzel. Am Fuß der Kanzel und am Schalldeckel sieht man fünf Knabenfiguren als Vertreter der Menschenrassen, denen das Evangelium gepredigt werden soll (deshalb ist einer schwarz, einer braun, einer rot, einer gelb und einer weiß).
Aus dem 1751 stammt der originelle Kreuzweg. Auch die Beichtstühle und Chorstühle gehören der Rokokozeit an. Die Bilder an der Chorbrüstung und das große heilige Grab gehören der Zeit um 1650 an.

Der Kirchturm stammt in seinem unteren Teil noch aus der gotischen Zeit (um 1440). 1663 wurde er erhöht und mit einer Kuppelhaube abgeschlossen.
Die größte Glocke (mit einem prachtvollem Ton) trägt die Firmenbezeichnung „Wolfgang Rot, Zinngießerei, Braunau, 1515).
Wegen ihres Alters brauchte sie auch nicht in den Krieg einzurücken.
Bis zum 1. Weltkrieg waren drei Glocken auf dem Turm; zwei davon mussten geliefert werden (Kriegsmaterial) Nach dem Krieg wurde das Geläute durch Glocken der Firma Oberascher bei Salzburg wieder vervollständigt.

Um die Kirche herum ist der Friedhof.Rechts neben dem Eingang befindet sich die Grabstätte von Franz Winkelmeier (1860-1887) – dem Riesen von Lengau mit einer Größe von 2,58 m. Im Querschiff der Kirche war einst die Priestergrabstätte.

(Aufzeichnungen von Koop. Michael Kaltenbrunner aus dem Jahre 1928 – OÖ Landesbibliothek)

 

 

 

Geschichtliches

 Berühmt war die Armenseelen-Bruderschaft, welche sogar den bayrischen Königen Geld borgte. Der Rest ihres Vermögens wurde von Kaiser Josef II. eingezogen und die Bruderschaft aufgelöst. Diese Armenseelen-Bruderschaft wurde von Pfarrer Wolfgang Perger  im Jahre 1665 gegründet.
Er war ein großer Fürbitter der armen Seelen und beharrlicher Beter vor dem Tabernakel des Herrn.
Aufgabe und Ziel war bewusstes und regelmäßiges Gebet und Mitfeiern der hl. Messe.

 

Bauliche Tätigkeiten und Ereignisse

1900  Renovierung des Innenraumes der Kirche
1951  Kreuzstecken am 8. April
1953  Glockenweihe am 22. März
1955  Renovierung des Innenraumes der Kirche
1976  Renovierung des Innenraumes (Fenster, Bänke, Heizung, Fußboden)
1985  Kreuzstecken
1996  Renovierung des Innenraumes der Kirche
1998  Kirchturm
2004  Segnung der neuen Orgel (elektronisch)
2013  Bau des neuen Pfarrzentrums

 

Weihnachtskrippe

Die Krippe mit ihren ursprünglich 200 Figuren ist nicht nur eine der größten in unserer Gegend, sondern auch vom kunstgeschichtlichen Standpunkt eine sehr wertvolle Krippe. Der Hauptteil der Krippe stammt aus der Rokokozeit (1730-80). Jahreszahlen an manchen Teilen lassen vermuten, dass es eine (wahrscheinlich kleinere) wesentlich ältere Krippe gegeben haben muss. So stammt die Datierung eines Hauses aus dem frühen 17. Jahrhundert (1683).

Die immer wieder auftauchenden Landesfarben Bayerns zeugen nicht nur von der Tatsache, dass das Innviertel bis 1779 bei Bayern war, sondern beweisen, sondern beweisen, dass der Hauptteil der Krippe vor 1779 entstanden sein muss.
1987 begannen Frauen unter der Leitung von Hedwig Denk die Figuren ( Schwanthaler) neu einzukleiden. Diese Arbeit und das reparieren der Figuren erstreckte sich über einen Zeitraum von 6 Jahren. 2013 begann der Lengauer Krippenverein den Krippenberg zu restaurieren.

 

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